Six Sigma+LEAN · White Belt
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Selbststudium · Modul White Belt

Six Sigma + Lean
verstehen.

Eine kompakte Einführung in die Methodik, die Prozesse messbar besser macht — strukturiert für selbstgesteuertes Lernen, in deinem Tempo.

Dauer ~ 90 Min
Kapitel 21 Lektionen
Stufe White Belt
Voraussetzung Keine
LEKTION 01 Einleitung

Die Parabel der Ruderer

Eine einfache Geschichte, die ein typisches Muster im Unternehmensalltag aufzeigt — und den Auslöser für strukturierte Problemlösung beschreibt.

Ein Mann stand an einem See und beobachtete zwei Ruderer in einem Boot. Das Boot fuhr nicht und hing an einem Ende tief im Wasser. Die Ruderer schöpften aus Leibeskräften, aber es lief immer neues Wasser durch ein Leck hinein. Der Mann rief den Ruderern zu, sie sollten an Land kommen und das Boot flicken — aber sie sagten, das gehe nicht, weil sie ja mit Wasserschöpfen beschäftigt seien.

Ein solches Bild kann auch in Unternehmen existieren!
Erläuterung

Diese Parabel verdeutlicht ein weit verbreitetes Problem: Mitarbeiter sind oft so mit der Bewältigung der Symptome beschäftigt, dass sie nicht dazu kommen, die eigentliche Ursache zu beheben. Das Leck im Boot steht symbolisch für ineffiziente Prozesse oder wiederkehrende Fehler.

Es ist entscheidend, dass Unternehmen nicht im Modus des ständigen Krisenmanagements verfallen, sondern langfristige Lösungen implementieren. Six Sigma hilft dabei, Probleme systematisch zu analysieren und nachhaltig zu lösen — anstatt Ressourcen für temporäre Abhilfemaßnahmen zu verschwenden.

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LEKTION 02 Diagnose

Warum tauchen manche Probleme immer wieder auf?

Vier typische Ursachen, warum dieselben Probleme im Unternehmensalltag immer wieder kehren.

Typische Muster
Problem 01
Das Vorgehen zur Problemlösung ist unstrukturiert und uneinheitlich
Problem 02
Das Handeln basiert nicht auf Fakten, sondern auf Meinungen
Problem 03
Es wird nur nach einer schnellen Abhilfe der Auswirkungen gesucht
Problem 04
Die wirklichen Ursachen bleiben oft unerkannt
Erläuterung

Probleme wiederholen sich, wenn Unternehmen keinen strukturierten Ansatz zur Problemlösung verfolgen. Statt Ursachen zu analysieren, werden oft nur schnelle Lösungen gesucht, die kurzfristig helfen, aber das Problem nicht nachhaltig beseitigen.

Oftmals liegt das Problem in der Unternehmenskultur: Entscheidungen werden aufgrund von Meinungen oder Bauchgefühl getroffen, anstatt auf messbaren Fakten zu basieren. Ein nachhaltiger Verbesserungsprozess setzt voraus, dass systematisch Daten gesammelt und analysiert werden — nur so lassen sich Lösungen finden, die nicht nur akute, sondern auch wiederkehrende Probleme vermeiden.

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LEKTION 03 Lösungsansatz

Was ist zur wirkungsvollen Problemlösung zu beachten?

Vier Grundprinzipien, die Probleme nicht nur kaschieren, sondern dauerhaft beseitigen.

Die vier Grundprinzipien
Prinzip 01
Eine strukturierte Methode einführen und standardisieren
Prinzip 02
Entscheidungen nur auf Grundlage gesicherter Fakten fällen
Prinzip 03
Die Kette „Problem → Ursache → Lösung" einhalten
Prinzip 04
Mitarbeiter und Management schulen und zur Anwendung der Methode verpflichten
Erläuterung

Eine systematische Methode wie Six Sigma hilft dabei, Prozesse zu verbessern und Probleme langfristig zu lösen. Durch faktenbasierte Entscheidungen, Schulungen und eine strukturierte Herangehensweise stellen Unternehmen sicher, dass Probleme nachhaltig beseitigt werden.

Es ist entscheidend, nicht nur Lösungen zu implementieren, sondern auch eine Unternehmenskultur zu etablieren, die auf kontinuierlicher Verbesserung basiert. Schulungen für Mitarbeiter auf allen Ebenen sorgen dafür, dass Six Sigma nicht nur ein theoretisches Konzept bleibt, sondern aktiv gelebt wird.

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LEKTION 04 Methode

Eine mögliche Antwort heißt Six Sigma + Lean

Zwei bewährte Methoden — eine kraftvolle Kombination.

Six Sigma reduziert Variabilität und Fehler. Lean eliminiert Verschwendung und strafft Prozesse. Zusammen führen sie zu einer schlanken, fehlerfreien und leistungsfähigen Organisation.
Erläuterung

Six Sigma und Lean sind zwei bewährte Methoden zur Prozessverbesserung. Six Sigma konzentriert sich auf die Reduzierung von Variabilität und Fehlern, während Lean darauf abzielt, Verschwendung zu eliminieren und Prozesse zu straffen.

Während Lean Prozesse effizienter gestaltet, sorgt Six Sigma dafür, dass sie stabil und fehlerfrei ablaufen. Die Verbindung beider Ansätze ermöglicht es, nicht nur Kosten zu senken, sondern auch Qualität und Kundenzufriedenheit zu steigern.

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LEKTION 05 Mindset

Leitgedanken zur Six Sigma + Lean Einführung

Drei Wahrheiten, die jedes Six Sigma-Programm erden — und vor falschen Erwartungen schützen.

Drei Leitgedanken
01

Six Sigma erscheint vielen wie eine genial einfache Wunderkur zu großen Verbesserungen und Einsparungen, die relativ leicht zu aktivieren sind.

02

Die Grundgesetze der Natur gelten aber auch für Six Sigma: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Aufwand und Ertrag. „Man bekommt nichts geschenkt!"

03

Six Sigma ist keine Wunderkur, sondern ein effizientes System, dessen Einsatz Konsequenz, Methodik und echte Ursachenforschung erfordert.

Erläuterung

Six Sigma ist keine Wunderlösung, sondern ein strukturiertes System zur Prozessverbesserung. Es erfordert konsequente Anwendung, fundierte Analysen und systematische Ursachenforschung. Unternehmen, die Six Sigma erfolgreich nutzen, verstehen: Verbesserungen sind mit Aufwand verbunden, zahlen sich aber langfristig aus.

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LEKTION 06 Geschichte

Die Erfolgsgeschichte von General Electric

Wie Jack Welch Six Sigma in den 1990ern zum strategischen Hebel machte.

Jack Welch
CEO · General Electric

„Six Sigma wird GE auf ein neues Qualitätslevel bringen — und zwar in einem Bruchteil der Zeit, die wir mit unseren alten Methoden gebraucht hätten."

GE Annual Report · 1995

„Six Sigma ist eine der wichtigsten Initiativen, die GE je durchgeführt hat — und wird zum Bestandteil unseres genetischen Führungscodex."

GE Annual Report · 1998

„1999 wurden durch Six Sigma mehr als zwei Milliarden Dollar erwirtschaftet …"

GE Annual Report · 1999
Erläuterung

GE unter der Leitung von Jack Welch war eines der ersten Unternehmen, das Six Sigma in großem Stil implementierte. Die erzielten Einsparungen und Qualitätssteigerungen zeigten, wie wirkungsvoll Six Sigma sein kann. Viele Unternehmen folgten diesem Beispiel und erzielten ähnliche Erfolge.

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LEKTION 07 Geschichte

Six Sigma Historie

Von Motorola in den 80ern bis zur weltweiten Verbreitung — eine Methodik in drei Wellen.

Drei Entwicklungsphasen
1987
Motorola
Statistischer Fokus auf Prozessstabilisierung in der Fertigung.
1995
General Electric
Erweiterung des DMAIC-Ansatzes auf alle Geschäftsprozesse.
2001+
Honeywell & weltweit
Design for Six Sigma (DfSS) und globale Verbreitung.

Beispielhafte Anwender weltweit

Motorola · Allied Signal · IBM · DEC · Kodak · TI · ABB · Sony · Toshiba · Compaq · NEC · DuPont · Samsung · Nokia · Philips · Ericsson · Siemens · Caterpillar · Lockheed Martin · Whirlpool · American Express · J.P. Morgan · Deutsche Bank · Daimler · MAN · Sick AG · Deutsche Bahn · British Telecom · Amazon · Honeywell · Ford · HP · Bechtel · …
Erläuterung

Six Sigma begann in den 1980er-Jahren bei Motorola und wurde später von Unternehmen wie General Electric weiterentwickelt. Heute wird es in vielen Branchen und weltweit eingesetzt, um Prozesse zu verbessern und Fehlerquoten zu reduzieren — von der klassischen Produktion bis hin zu Banken und Krankenhäusern.

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LEKTION 08 Geschichte

Lean Historie

Die Wurzeln liegen im Toyota-Produktionssystem — und reichen weiter zurück, als man oft denkt.

トヨタ生産方式 · Toyota Production System
Toyota
1978 (1902)
Die Welt Japan
1902
Toyoda Sakichi — Erfindung des automatisch stoppenden Webstuhls
1978
Taiichi Ohno — Erstveröffentlichung seiner Prinzipien (TPS)
Erläuterung

Lean Management hat seine Wurzeln im Toyota-Produktionssystem (TPS). Es geht darum, Verschwendung zu vermeiden und Prozesse effizient zu gestalten. Die Kombination von Lean und Six Sigma ermöglicht es Unternehmen, ihre Leistung signifikant zu steigern.

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LEKTION 09 Methode

Six Sigma (DMAIC), Lean und Design for Six Sigma

Drei Disziplinen mit klar abgegrenzten Zielen — die sich gegenseitig ergänzen.

Drei komplementäre Ansätze
DfSS

Design for Six Sigma

Produkte besser und schneller entwickeln. Fehlerquellen werden bereits in der Konzeptphase eliminiert.

Six Sigma Classic

Streuung reduzieren und Qualität steigern. Statistische Werkzeuge im Mittelpunkt.

Lean

Unnötige Schritte und Verschwendung entfernen. Fokus auf Geschwindigkeit und Wertstrom.

Erläuterung

DMAIC ist der klassische Zyklus zur Prozessverbesserung in Six Sigma. DfSS (Design for Six Sigma) geht einen Schritt weiter und konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse mit optimaler Qualität von Anfang an.

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LEKTION 10 Anwendung

Six Sigma + Lean — Anwendungsgebiete

Drei zentrale Felder, in denen die Methodik nachweislich wirkt.

Wo Six Sigma+Lean wirkt
🔍

Entwicklung & Konstruktion

Design for Six Sigma: Verlagerung von Fehlererkennung und ‑behebung in möglichst frühe Stadien des Entwicklungsprozesses.

Operative Unterstützung

Verbessern der Prozessleistung in unterstützenden Prozessen wie Personal, Finanzen, Einkauf, Marketing.

Produktion & Service

Spitzenleistung mit höchster Effizienz, stabilen Prozessen, extrem niedrigen Fehlerraten und hoher Kundenorientierung.

Erläuterung

Six Sigma + Lean kann in verschiedenen Bereichen angewendet werden — in der Produktion, im Service und in administrativen Prozessen. Das Ziel ist immer dasselbe: Prozessleistung zu verbessern und Fehlerquoten zu minimieren.

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LEKTION 11 Definition

Was ist Six Sigma + Lean?

Erstmal: was es nicht ist. Und dann: die zentrale Idee in vier Schritten.

Was Six Sigma+Lean nicht ist
Six Sigma+Lean ist kein Geheimbund
Six Sigma+Lean ist kein Slogan
Six Sigma+Lean ist kein Cliché

Six Sigma+Lean ist ein disziplinierter Prozess, der den Fokus auf den Kunden und die Bereitstellung und Entwicklung (nahezu) perfekter Produkte und Dienstleistungen legt.

Die zentrale Idee in 4 Schritten
  1. 01Prozessfehler messen
  2. 02Fehlerursachen systematisch herausarbeiten
  3. 03Fehlerursachen abstellen
  4. 04Einen Null-Fehler-Prozess designen
Erläuterung — warum Sigma (σ)?

Six Sigma+Lean ist kein Slogan oder Trend, sondern eine bewährte, disziplinierte Methode zur Prozessverbesserung. Der Fokus liegt auf der Eliminierung von Fehlern und der Entwicklung nahezu perfekter Produkte und Dienstleistungen.

Sigma (σ) ist ein statistischer Begriff, der misst, wie stark ein Prozess um die „Perfektion" streut. Ein Prozess mit hoher Sigma-Stufe weist eine geringere Fehlerquote auf. Six Sigma bedeutet: nur 3,4 Fehler pro Million Möglichkeiten.

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LEKTION 12 Struktur

Die beiden Six Sigma + Lean Dimensionen

Erfolgreiche Projekte stehen auf zwei Beinen — Projektmanagement und Qualitätstechniken.

Zwei Dimensionen, eine Methode

Projektmanagement

  • Teamarbeit
  • Meilensteinkonzept
  • Zielorientierung
  • Langfristigkeit
  • Dokumentation

Qualitätstechniken

  • Statistische Analysen
  • Werkzeuge der Prozessverbesserung & ‑kontrolle
  • Kundenanforderungen verstehen
  • Verschwendungsreduzierung (LEAN)
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LEKTION 13 Mindset

Wie und warum Six Sigma + Lean wirkt

Zwei einfache Grundprinzipien — die alles verändern.

01 · Kundenorientierung

„Kundenwünsche detailliert verstehen, Kundenanforderungen umfassend erfüllen und Kundenerwartungen konsequent übertreffen."

Grundlegende Denkhaltung
02 · Ursachenbeseitigung
Keine Ursache → kein Problem!

Nur durch Verständnis der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge können Prozessprobleme konsequent und nachhaltig abgestellt werden.

Erläuterung

Kundenorientierung und Ursachenbeseitigung sind die zwei zentralen Prinzipien. Prozesse werden so gestaltet, dass sie dauerhaft stabil bleiben und Kundenanforderungen bestmöglich erfüllen.

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LEKTION 14 Werkzeug

Der „Critical to …" Ansatz

Wie aus diffusen Kundenwünschen messbare Anforderungen werden — der Übersetzungsprozess von VoC zu messbaren Spezifikationen.

Die Stimme des Kunden (Voice of the Customer · VoC) bildet die Basis jedes Six Sigma+Lean Projekts.
Vom allgemeinen Wunsch zur messbaren Spezifikation
VoC
Stimme des Kunden
CTQ
Critical to Quality
CTC
Critical to Cost
CTD
Critical to Delivery
CTQ 1 (Mess- & spezifizierbar)
CTQ 2 (Mess- & spezifizierbar)
Key-CTQ 3 (Mess- & spezifizierbar)
← Allgemein · schwer zu messen Spezifisch · einfach zu messen →
Erläuterung

Der „Critical to …"-Ansatz stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte eines Produkts oder Prozesses optimiert werden. Dies können Qualität (CTQ), Kosten (CTC) oder Lieferzeiten (CTD) sein. Aus einem allgemeinen Kundenwunsch wird über die CTx-Kategorien eine konkrete, messbare Spezifikation — der Schlüssel-CTQ.

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LEKTION 15 Statistik

Six Sigma + Lean reduziert Prozess-Streuung

Der mathematische Kern: Was bedeutet 6σ konkret — und wie viele Fehler erlaubt das?

3σ Prozess vs. 6σ Prozess
USG OSG µ Merkmalswert 6σ Prozess — schmale Streuung 3σ Prozess — breite Streuung
Bei 3σ Quality Level
Bei einem zentrierten Prozess
2.700 dpmo
≈ 0,27 % Ausschuss
Bei 6σ Quality Level
Bei einem zentrierten Prozess
0,002 dpmo
Mit ±1,5σ Drift: 3,4 dpmo
Formel · σ-Quality Level (z-Score)
σ-Quality Level = (OSG − USG) / (2 × Standardabweichung)
Was bedeutet das in der Praxis?
Anwendungsbeispiel 4σ — Industriestandard (~1 % Ausschuss) 6σ — Weltspitze (0,00034 %)
Verwechslungen bei Geburten in DE 125 pro Woche 9 in 4 Jahren
Zu lange/kurze Landungen Frankfurt 13 pro Tag 3 in 2 Jahren
Irrtümliche Operationen 1.350 pro Woche 1 in 20 Jahren

Zielwert: maximal 3,4 Fehler pro Million Möglichkeiten

Erläuterung

Durch Six Sigma wird die Prozessleistung so verbessert, dass Fehler nahezu eliminiert werden. Ein 6-Sigma-Prozess ist extrem robust — er besitzt einen Prozessfähigkeitsindex von cpk = 2,0 (kurzfristig) bzw. cpk = 1,5 (langfristig, mit typischer ±1,5σ-Drift).

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LEKTION 16 DMAIC

Der Six Sigma + Lean Projektmanagementansatz

DMAIC — fünf Phasen, ein Zyklus. Das Rückgrat jedes Six Sigma Projekts.

Der DMAIC-Zyklus
D
Define
Projekt sauber geplant
M
Measure
Prozessdaten erhoben
A
Analyse
Ursachen verstanden
I
Improve
Prozess verbessert
C
Control
Verbesserung verankert
D

Define: Saubere Definition des Problems und der Zielstellung.

M

Measure: Existierender Prozess wird gründlich untersucht und datentechnisch erfasst.

A

Analyse: Ursachen des existierenden Problems werden aufgeklärt. (Merke: keine Ursache → kein Problem.)

I

Improve: Lösungen werden erarbeitet, bewertet, verifiziert und umgesetzt. Hier können weitere Kosten anfallen.

C

Control: Sicherung der Nachhaltigkeit der Verbesserungen durch geeignete Verankerung.

DMAIC-Reviews dienen als Meilensteinkontrolle. Hier wird bewertet, ob das Projekt noch im erwarteten Korridor verläuft. Im Verlauf eines Projekts werden typischerweise weitere „Baustellen" identifiziert — deshalb spricht man von einem Zyklus.
Erläuterung

DMAIC steht für Define, Measure, Analyze, Improve, Control. Dieser standardisierte Zyklus hilft, Prozesse systematisch zu verbessern und sicherzustellen, dass Verbesserungen langfristig erhalten bleiben. Bei geeigneter Projektauswahl maximiert das standardisierte Vorgehen die Erfolgsaussichten in allen Projektdimensionen — Qualität, Kosten und Laufzeit.

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LEKTION 17 Toolset

Werkzeuge des DMAIC-Zyklus

Jede Phase nutzt ihre eigenen Werkzeuge. Ein Überblick — den Du als Yellow oder Green Belt vertiefen wirst.

Werkzeugkasten je Phase
D Define
  • Project Charter
  • Gantt Chart
  • SIPOC
  • VoC → CTx-Tree
  • Stakeholder­analyse
  • Teambildung
M Measure
  • Prozessmodell
  • QFDeasy
  • MSA / R&R
  • cp, cpk, Sigma-Level
  • Histogramm, Boxplot
  • DPMO / ppm, Yield
A Analyse
  • FMEA
  • Pareto
  • Ishikawa
  • Hypothesentests
  • ANOVA, Korrelation
  • Wertstromanalyse
I Improve
  • Design of Experiment
  • Mind Map, 6-3-5
  • Synektik
  • Wertstromdesign
  • Entscheidungs­matrix
  • PDCA-Pilotierung
C Control
  • SPC
  • OCAP
  • Trainings- & Auditplan
  • Prozessstandards
  • Lessons Learned
  • Projekthandbuch
Erläuterung

Jede Phase des DMAIC-Zyklus verwendet spezifische Werkzeuge — z. B. SIPOC für die Prozessdarstellung, FMEA für die Risikoanalyse oder SPC (Statistical Process Control) für die Prozesskontrolle. Als White Belt musst Du diese Tools nicht beherrschen, sondern lediglich kennen und einordnen können — die tiefere Anwendung erfolgt auf Yellow- und Green-Belt-Ebene.

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LEKTION 18 Praxis

DMAIC in der Praxis — ein Beispielprojekt

Anhand eines realen Beispiels aus der Solarzellenfertigung: Was passiert in jeder Phase wirklich?

D
Phase 01 — Define
Zieldefinition & Abgrenzung
Problembeschreibung

Der Zellenbruch (Solarzellen) an den Metallisierungslinien ist höher als von den Maschinenherstellern zugesichert und führt zu einem signifikanten finanziellen Verlust. Linie xxx1 Vorquartal: 4,15 % Bruch

Projektziel
  1. Bruchursachen verstehen
  2. Verbesserungspotenziale herausarbeiten
  3. Bruchreduktion auf 2,0 %
METHODE SIPOC — Prozesslandkarte
S Supplier Lieferant I Input Eingabe P Process Prozess O Output Ergebnis C Customer Kunde

Das SIPOC-Modell skizziert den Prozess auf einer Seite — von Lieferant bis Kunde. So weiß jeder im Team, worüber gerade gesprochen wird.

M
Phase 02 — Measure
Datenerfassung & Performance

Prozessdetaillierung

Flowchart aller Prozessschritte vom Wafer-Aufdrucken bis zum Transport.

INPUT PROZESS OUTPUT

Parametermodell

Inputs, Steuerungs- und Outputparameter werden systematisch erfasst.

P1 P2 P3 Variablen →

Priorisierung

Daten-Prioritätsmatrix bewertet Variablen nach Einfluss.

A
Phase 03 — Analyse
Ursachen-Wirkungs-Beziehung

Statistische Detaillierung

Histogramme, Zeitreihen — Verteilung und Trend werden sichtbar.

x1 x2 x3 x4

ANOVA & Signifikanztest

Welche Faktoren haben tatsächlich statistisch signifikanten Einfluss?

Ishikawa & Regression

Strukturierte Ursachensuche und Korrelationsanalysen.

Y X

DoE (Versuchsplanung)

Wechselwirkungsdiagramme zeigen Effektkombinationen.

I
Phase 04 — Improve
Korrektur und Verbesserung
Verbesserungspools
  • Technische Maßnahmen aus FMEA, Statistik, DoE
  • Organisatorische Maßnahmen (Mitarbeiter­sensitivierung, Poka Yoke)
  • Verbesserung der Datenerfassung
  • Empfehlungen außerhalb der Prozesskette
Auswahl & Umsetzung

Über paarweisen Parametervergleich werden Maßnahmen priorisiert: nach Qualitätsverbesserung, Kosten, Umsetzungsdauer und Multiplikatoreffekt. Die ausgewählten Lösungen werden in einem Umsetzungsplan verankert.

METHODE Gewichtete Entscheidungsmatrix
Maßnahme Gewicht 5 Qualität Gewicht 3 Kosten Gewicht 2 Dauer Summe Rang Druckkopf-Optimierung 9 7 8 82 ★ 1 FMEA-Erweiterung 7 8 6 71 2 Mitarbeiterschulung 6 9 5 67 3 Inspektionsstrategie 5 6 7 57 4

Jede Maßnahme wird gegen gewichtete Kriterien bewertet — die Reihenfolge ergibt sich objektiv aus der Summe und nicht aus dem Bauchgefühl.

C
Phase 05 — Control
Überwachen & Verankern
OSG USG

SPC-Installation

Statistical Process Control — Regelkarten überwachen den Prozess kontinuierlich.

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3

OCAP

Out-of-Control-Action-Plan: klare Eskalationsstufen bei Abweichungen.

✓ LL

Lessons Learned

Erkenntnisse werden dokumentiert und für andere Projekte verfügbar gemacht.

Praxis-Tipp

Je sauberer die Define- und Measure-Phasen abgeschlossen werden, desto schneller und valider ist die Analyse. Erfahrene Black Belts sagen: „60 % der Projektzeit gehören in die ersten beiden Phasen" — denn nur saubere Daten und klare Ziele führen zu belastbaren Ergebnissen.

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LEKTION 19 Rollen

Welche Kompetenzen sind für Six Sigma + Lean nötig?

Das Belt-Konzept ordnet Wissen und Verantwortung — angelehnt an japanische Kampfkünste.

Die fünf Belt-Stufen
Champion
Projekt-Sponsor
Pate der Six Sigma+Lean Projekte. Berichtet i. d. R. direkt an die Geschäftsführung. Bringt sich aktiv ein.
Black Belt
Projektleiter komplex
Führt umfangreiche Projekte. Beherrscht statistische Kniffe für „harte Nüsse" und kann Change-Tools erfolgreich anwenden.
Green Belt
Projektleiter klein-mittel
Führt kleinere Projekte erfolgreich. Kennt die Qualitätswerkzeuge der einzelnen DMAIC-Phasen und kann sie anwenden.
Yellow Belt
Teammitglied erweitert
Weiß, wie Six Sigma+Lean Projekte verlaufen — und welche Qualitätstechniken in den DMAIC-Phasen angewendet werden.
White Belt
Teammitglied · Du bist hier!
Versteht die Essenz von Six Sigma+Lean und weiß, wie Projekte grundsätzlich verlaufen. Solide Basis für die Mitarbeit im Team.
Erläuterung

Verschiedene Belts haben unterschiedliche Rollen in Six Sigma Projekten. Als White Belt erhältst Du eine grundlegende Einführung — als Black Belt bist Du Experte für komplexe Projekte. Wenn Du diese Schulung abschließt, bist Du als Teammitglied einsatzfähig und kannst in Six Sigma+Lean Projekten aktiv mitwirken.

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LEKTION 20 Synthese

Lean und Six Sigma — eine Methode

Lean Six Sigma = Lean Sigma = Six Sigma + Lean. Ehemals separate Disziplinen, heute eine integrierte Toolbox.

Ehemals separierte Disziplinen
LEAN

Eliminierung von Verschwendung, Reduktion von Durchlaufzeiten, Verbesserung der Liefertreue und Kostenreduktion.

Anwender
Hierarchieübergreifend — Mitarbeiter aus Produktion und Industrial Engineering.
SIX SIGMA

Mittels statistischer Techniken Prozessstreuung verstehen und reduzieren — primäres Ziel: Qualität verbessern und Kosten senken.

Anwender
Prozess- und Qualitätsingenieure (Belt-Konzept).
Lean & Six Sigma im DMAIC verzahnt
↑ Six Sigma Tools
Project Charter, SIPOC, VoC, Gantt
Prozessmodell, MSA, cpk, Yield
FMEA, Hypothesentests, Pareto, Regression
DoE/RSM, Kreativität, Entscheidungsmatrix, PDCA
SPC, OCAP, Audit
D
Define
M
Measure
A
Analyse
I
Improve
C
Control
Produktionsplan, Taktanforderung
Wertstrommapping, Makigami, Zeitstudien, Spaghetti
TOC, 7 MUDA+1, Little's Law (WIP)
5S, Kanban, SMED, Single Piece Flow
Visual Control, TPM
↓ Lean Tools
Erläuterung

Lean reduziert Verschwendung, Six Sigma reduziert Variabilität. Zusammen führen sie zu optimalen Prozessen mit hoher Effizienz und Qualität. In modernen Programmen sind beide Methoden vollständig integriert — die Werkzeugkästen ergänzen sich entlang des DMAIC-Zyklus.

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LEKTION 21 Lean

Die 7 Mudas + 1

Verschwendung lernen zu sehen — der erste Schritt, sie zu eliminieren. Acht Kategorien aus dem Toyota-Produktionssystem.

Die acht Verschwendungsarten
01
Transport
Transport von Material, Halb- oder Fertigprodukten von Ort A nach Ort B.
02
Lagerhaltung
Lagerbestände von Roh-, Halb- oder Fertigware.
03
Bewegung
Greifen, Tragen, Gehen, Drehen im Umgang mit Produkten und Anlagen.
04
Wartezeit
Warten auf Material, Werkzeuge, Produkte, Information oder Mitarbeiter.
05
Überproduktion
Mehr Fertig- oder Halbfertigprodukte herstellen, als vom Kunden gefordert.
06
Prozessverluste
Einsatz falscher, fehlerhafter, ungeeigneter oder nicht optimierter Prozesse.
07
Produktfehler
Fehlerhafte Produkte und Nacharbeit — alles, was nicht beim ersten Mal in Ordnung ist.
+1
Mitarbeiter­potentiale
Die Potentiale der Mitarbeiter werden nicht oder falsch genutzt.
Erläuterung

Muda (jap. „Verschwendung") bezeichnet alle Tätigkeiten, die keinen Wert für den Kunden erzeugen. Die 7 klassischen Verschwendungsarten — Wartezeiten, Bewegung, fehlerhafte Produkte u. a. — wurden um eine achte Kategorie erweitert: die ungenutzten Potenziale von Mitarbeitern. Wer diese acht Kategorien sehen lernt, findet im eigenen Arbeitsumfeld unzählige Ansatzpunkte für Verbesserung.

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ANHANG Nachschlagen

Glossar — die wichtigsten Begriffe

Eine kompakte Referenz für die Begriffe, die Dir in Six Sigma+Lean Projekten immer wieder begegnen werden.

DMAIC
Define, Measure, Analyse, Improve, Control — der Standard-Zyklus für Six Sigma Projekte.
DfSS
Design for Six Sigma — Six Sigma in der Produktentwicklung anwenden.
VoC
Voice of the Customer — Stimme des Kunden, Ausgangspunkt jedes Projekts.
CTQ / CTC / CTD
Critical to Quality / Cost / Delivery — kundenkritische Eigenschaften.
SIPOC
Supplier-Input-Process-Output-Customer — High-Level-Prozessmodell.
FMEA
Failure Mode and Effects Analysis — Fehler-Möglichkeiten- und Einfluss-Analyse.
DPMO
Defects Per Million Opportunities — Fehler pro Million Möglichkeiten.
cpk
Prozessfähigkeitsindex — Maß für Stabilität und Zentrierung eines Prozesses.
SPC
Statistical Process Control — laufende statistische Prozessüberwachung.
OCAP
Out of Control Action Plan — Eskalationsplan bei Regelabweichungen.
DoE
Design of Experiment — strukturierte statistische Versuchsplanung.
Muda
Japanisch für „Verschwendung" — eine der 7+1 Lean-Kategorien.
Kaizen / KVP
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess in kleinen Schritten.
Poka Yoke
Fehlervermeidungsprinzip — Prozesse so gestalten, dass Fehler unmöglich werden.
5S
Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin.
SMED
Single-Minute Exchange of Die — Rüstzeitminimierung.
TPM
Total Productive Maintenance — ganzheitliche Anlagenpflege.
Ishikawa
Fischgräten- bzw. Ursache-Wirkungs-Diagramm.
Dein nächster Schritt

Du kennst das Warum.
Der Yellow Belt zeigt das Wie.

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Six Sigma + Lean
verstehen.

Eine kompakte Einführung in die Methodik, die Prozesse messbar besser macht — strukturiert für selbstgesteuertes Lernen, in deinem Tempo.

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Voraussetzung Keine
LEKTION 01 Einleitung

Die Parabel der Ruderer

Eine einfache Geschichte, die ein typisches Muster im Unternehmensalltag aufzeigt — und den Auslöser für strukturierte Problemlösung beschreibt.

Ein Mann stand an einem See und beobachtete zwei Ruderer in einem Boot. Das Boot fuhr nicht und hing an einem Ende tief im Wasser. Die Ruderer schöpften aus Leibeskräften, aber es lief immer neues Wasser durch ein Leck hinein. Der Mann rief den Ruderern zu, sie sollten an Land kommen und das Boot flicken — aber sie sagten, das gehe nicht, weil sie ja mit Wasserschöpfen beschäftigt seien.

Ein solches Bild kann auch in Unternehmen existieren!
Erläuterung

Diese Parabel verdeutlicht ein weit verbreitetes Problem: Mitarbeiter sind oft so mit der Bewältigung der Symptome beschäftigt, dass sie nicht dazu kommen, die eigentliche Ursache zu beheben. Das Leck im Boot steht symbolisch für ineffiziente Prozesse oder wiederkehrende Fehler.

Es ist entscheidend, dass Unternehmen nicht im Modus des ständigen Krisenmanagements verfallen, sondern langfristige Lösungen implementieren. Six Sigma hilft dabei, Probleme systematisch zu analysieren und nachhaltig zu lösen — anstatt Ressourcen für temporäre Abhilfemaßnahmen zu verschwenden.

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Warum tauchen manche Probleme immer wieder auf?

Vier typische Ursachen, warum dieselben Probleme im Unternehmensalltag immer wieder kehren.

Typische Muster
Problem 01
Das Vorgehen zur Problemlösung ist unstrukturiert und uneinheitlich
Problem 02
Das Handeln basiert nicht auf Fakten, sondern auf Meinungen
Problem 03
Es wird nur nach einer schnellen Abhilfe der Auswirkungen gesucht
Problem 04
Die wirklichen Ursachen bleiben oft unerkannt
Erläuterung

Probleme wiederholen sich, wenn Unternehmen keinen strukturierten Ansatz zur Problemlösung verfolgen. Statt Ursachen zu analysieren, werden oft nur schnelle Lösungen gesucht, die kurzfristig helfen, aber das Problem nicht nachhaltig beseitigen.

Oftmals liegt das Problem in der Unternehmenskultur: Entscheidungen werden aufgrund von Meinungen oder Bauchgefühl getroffen, anstatt auf messbaren Fakten zu basieren. Ein nachhaltiger Verbesserungsprozess setzt voraus, dass systematisch Daten gesammelt und analysiert werden — nur so lassen sich Lösungen finden, die nicht nur akute, sondern auch wiederkehrende Probleme vermeiden.

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LEKTION 03 Lösungsansatz

Was ist zur wirkungsvollen Problemlösung zu beachten?

Vier Grundprinzipien, die Probleme nicht nur kaschieren, sondern dauerhaft beseitigen.

Die vier Grundprinzipien
Prinzip 01
Eine strukturierte Methode einführen und standardisieren
Prinzip 02
Entscheidungen nur auf Grundlage gesicherter Fakten fällen
Prinzip 03
Die Kette „Problem → Ursache → Lösung" einhalten
Prinzip 04
Mitarbeiter und Management schulen und zur Anwendung der Methode verpflichten
Erläuterung

Eine systematische Methode wie Six Sigma hilft dabei, Prozesse zu verbessern und Probleme langfristig zu lösen. Durch faktenbasierte Entscheidungen, Schulungen und eine strukturierte Herangehensweise stellen Unternehmen sicher, dass Probleme nachhaltig beseitigt werden.

Es ist entscheidend, nicht nur Lösungen zu implementieren, sondern auch eine Unternehmenskultur zu etablieren, die auf kontinuierlicher Verbesserung basiert. Schulungen für Mitarbeiter auf allen Ebenen sorgen dafür, dass Six Sigma nicht nur ein theoretisches Konzept bleibt, sondern aktiv gelebt wird.

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LEKTION 04 Methode

Eine mögliche Antwort heißt Six Sigma + Lean

Zwei bewährte Methoden — eine kraftvolle Kombination.

Six Sigma reduziert Variabilität und Fehler. Lean eliminiert Verschwendung und strafft Prozesse. Zusammen führen sie zu einer schlanken, fehlerfreien und leistungsfähigen Organisation.
Erläuterung

Six Sigma und Lean sind zwei bewährte Methoden zur Prozessverbesserung. Six Sigma konzentriert sich auf die Reduzierung von Variabilität und Fehlern, während Lean darauf abzielt, Verschwendung zu eliminieren und Prozesse zu straffen.

Während Lean Prozesse effizienter gestaltet, sorgt Six Sigma dafür, dass sie stabil und fehlerfrei ablaufen. Die Verbindung beider Ansätze ermöglicht es, nicht nur Kosten zu senken, sondern auch Qualität und Kundenzufriedenheit zu steigern.

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Leitgedanken zur Six Sigma + Lean Einführung

Drei Wahrheiten, die jedes Six Sigma-Programm erden — und vor falschen Erwartungen schützen.

Drei Leitgedanken
01

Six Sigma erscheint vielen wie eine genial einfache Wunderkur zu großen Verbesserungen und Einsparungen, die relativ leicht zu aktivieren sind.

02

Die Grundgesetze der Natur gelten aber auch für Six Sigma: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Aufwand und Ertrag. „Man bekommt nichts geschenkt!"

03

Six Sigma ist keine Wunderkur, sondern ein effizientes System, dessen Einsatz Konsequenz, Methodik und echte Ursachenforschung erfordert.

Erläuterung

Six Sigma ist keine Wunderlösung, sondern ein strukturiertes System zur Prozessverbesserung. Es erfordert konsequente Anwendung, fundierte Analysen und systematische Ursachenforschung. Unternehmen, die Six Sigma erfolgreich nutzen, verstehen: Verbesserungen sind mit Aufwand verbunden, zahlen sich aber langfristig aus.

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LEKTION 06 Geschichte

Die Erfolgsgeschichte von General Electric

Wie Jack Welch Six Sigma in den 1990ern zum strategischen Hebel machte.

Jack Welch
CEO · General Electric

„Six Sigma wird GE auf ein neues Qualitätslevel bringen — und zwar in einem Bruchteil der Zeit, die wir mit unseren alten Methoden gebraucht hätten."

GE Annual Report · 1995

„Six Sigma ist eine der wichtigsten Initiativen, die GE je durchgeführt hat — und wird zum Bestandteil unseres genetischen Führungscodex."

GE Annual Report · 1998

„1999 wurden durch Six Sigma mehr als zwei Milliarden Dollar erwirtschaftet …"

GE Annual Report · 1999
Erläuterung

GE unter der Leitung von Jack Welch war eines der ersten Unternehmen, das Six Sigma in großem Stil implementierte. Die erzielten Einsparungen und Qualitätssteigerungen zeigten, wie wirkungsvoll Six Sigma sein kann. Viele Unternehmen folgten diesem Beispiel und erzielten ähnliche Erfolge.

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LEKTION 07 Geschichte

Six Sigma Historie

Von Motorola in den 80ern bis zur weltweiten Verbreitung — eine Methodik in drei Wellen.

Drei Entwicklungsphasen
1987
Motorola
Statistischer Fokus auf Prozessstabilisierung in der Fertigung.
1995
General Electric
Erweiterung des DMAIC-Ansatzes auf alle Geschäftsprozesse.
2001+
Honeywell & weltweit
Design for Six Sigma (DfSS) und globale Verbreitung.

Beispielhafte Anwender weltweit

Motorola · Allied Signal · IBM · DEC · Kodak · TI · ABB · Sony · Toshiba · Compaq · NEC · DuPont · Samsung · Nokia · Philips · Ericsson · Siemens · Caterpillar · Lockheed Martin · Whirlpool · American Express · J.P. Morgan · Deutsche Bank · Daimler · MAN · Sick AG · Deutsche Bahn · British Telecom · Amazon · Honeywell · Ford · HP · Bechtel · …
Erläuterung

Six Sigma begann in den 1980er-Jahren bei Motorola und wurde später von Unternehmen wie General Electric weiterentwickelt. Heute wird es in vielen Branchen und weltweit eingesetzt, um Prozesse zu verbessern und Fehlerquoten zu reduzieren — von der klassischen Produktion bis hin zu Banken und Krankenhäusern.

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LEKTION 08 Geschichte

Lean Historie

Die Wurzeln liegen im Toyota-Produktionssystem — und reichen weiter zurück, als man oft denkt.

トヨタ生産方式 · Toyota Production System
Toyota
1978 (1902)
Die Welt Japan
1902
Toyoda Sakichi — Erfindung des automatisch stoppenden Webstuhls
1978
Taiichi Ohno — Erstveröffentlichung seiner Prinzipien (TPS)
Erläuterung

Lean Management hat seine Wurzeln im Toyota-Produktionssystem (TPS). Es geht darum, Verschwendung zu vermeiden und Prozesse effizient zu gestalten. Die Kombination von Lean und Six Sigma ermöglicht es Unternehmen, ihre Leistung signifikant zu steigern.

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LEKTION 09 Methode

Six Sigma (DMAIC), Lean und Design for Six Sigma

Drei Disziplinen mit klar abgegrenzten Zielen — die sich gegenseitig ergänzen.

Drei komplementäre Ansätze
DfSS

Design for Six Sigma

Produkte besser und schneller entwickeln. Fehlerquellen werden bereits in der Konzeptphase eliminiert.

Six Sigma Classic

Streuung reduzieren und Qualität steigern. Statistische Werkzeuge im Mittelpunkt.

Lean

Unnötige Schritte und Verschwendung entfernen. Fokus auf Geschwindigkeit und Wertstrom.

Erläuterung

DMAIC ist der klassische Zyklus zur Prozessverbesserung in Six Sigma. DfSS (Design for Six Sigma) geht einen Schritt weiter und konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse mit optimaler Qualität von Anfang an.

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LEKTION 10 Anwendung

Six Sigma + Lean — Anwendungsgebiete

Drei zentrale Felder, in denen die Methodik nachweislich wirkt.

Wo Six Sigma+Lean wirkt
🔍

Entwicklung & Konstruktion

Design for Six Sigma: Verlagerung von Fehlererkennung und ‑behebung in möglichst frühe Stadien des Entwicklungsprozesses.

Operative Unterstützung

Verbessern der Prozessleistung in unterstützenden Prozessen wie Personal, Finanzen, Einkauf, Marketing.

Produktion & Service

Spitzenleistung mit höchster Effizienz, stabilen Prozessen, extrem niedrigen Fehlerraten und hoher Kundenorientierung.

Erläuterung

Six Sigma + Lean kann in verschiedenen Bereichen angewendet werden — in der Produktion, im Service und in administrativen Prozessen. Das Ziel ist immer dasselbe: Prozessleistung zu verbessern und Fehlerquoten zu minimieren.

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LEKTION 11 Definition

Was ist Six Sigma + Lean?

Erstmal: was es nicht ist. Und dann: die zentrale Idee in vier Schritten.

Was Six Sigma+Lean nicht ist
Six Sigma+Lean ist kein Geheimbund
Six Sigma+Lean ist kein Slogan
Six Sigma+Lean ist kein Cliché

Six Sigma+Lean ist ein disziplinierter Prozess, der den Fokus auf den Kunden und die Bereitstellung und Entwicklung (nahezu) perfekter Produkte und Dienstleistungen legt.

Die zentrale Idee in 4 Schritten
  1. 01Prozessfehler messen
  2. 02Fehlerursachen systematisch herausarbeiten
  3. 03Fehlerursachen abstellen
  4. 04Einen Null-Fehler-Prozess designen
Erläuterung — warum Sigma (σ)?

Six Sigma+Lean ist kein Slogan oder Trend, sondern eine bewährte, disziplinierte Methode zur Prozessverbesserung. Der Fokus liegt auf der Eliminierung von Fehlern und der Entwicklung nahezu perfekter Produkte und Dienstleistungen.

Sigma (σ) ist ein statistischer Begriff, der misst, wie stark ein Prozess um die „Perfektion" streut. Ein Prozess mit hoher Sigma-Stufe weist eine geringere Fehlerquote auf. Six Sigma bedeutet: nur 3,4 Fehler pro Million Möglichkeiten.

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LEKTION 12 Struktur

Die beiden Six Sigma + Lean Dimensionen

Erfolgreiche Projekte stehen auf zwei Beinen — Projektmanagement und Qualitätstechniken.

Zwei Dimensionen, eine Methode

Projektmanagement

  • Teamarbeit
  • Meilensteinkonzept
  • Zielorientierung
  • Langfristigkeit
  • Dokumentation

Qualitätstechniken

  • Statistische Analysen
  • Werkzeuge der Prozessverbesserung & ‑kontrolle
  • Kundenanforderungen verstehen
  • Verschwendungsreduzierung (LEAN)
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LEKTION 13 Mindset

Wie und warum Six Sigma + Lean wirkt

Zwei einfache Grundprinzipien — die alles verändern.

01 · Kundenorientierung

„Kundenwünsche detailliert verstehen, Kundenanforderungen umfassend erfüllen und Kundenerwartungen konsequent übertreffen."

Grundlegende Denkhaltung
02 · Ursachenbeseitigung
Keine Ursache → kein Problem!

Nur durch Verständnis der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge können Prozessprobleme konsequent und nachhaltig abgestellt werden.

Erläuterung

Kundenorientierung und Ursachenbeseitigung sind die zwei zentralen Prinzipien. Prozesse werden so gestaltet, dass sie dauerhaft stabil bleiben und Kundenanforderungen bestmöglich erfüllen.

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LEKTION 14 Werkzeug

Der „Critical to …" Ansatz

Wie aus diffusen Kundenwünschen messbare Anforderungen werden — der Übersetzungsprozess von VoC zu messbaren Spezifikationen.

Die Stimme des Kunden (Voice of the Customer · VoC) bildet die Basis jedes Six Sigma+Lean Projekts.
Vom allgemeinen Wunsch zur messbaren Spezifikation
VoC
Stimme des Kunden
CTQ
Critical to Quality
CTC
Critical to Cost
CTD
Critical to Delivery
CTQ 1 (Mess- & spezifizierbar)
CTQ 2 (Mess- & spezifizierbar)
Key-CTQ 3 (Mess- & spezifizierbar)
← Allgemein · schwer zu messen Spezifisch · einfach zu messen →
Erläuterung

Der „Critical to …"-Ansatz stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte eines Produkts oder Prozesses optimiert werden. Dies können Qualität (CTQ), Kosten (CTC) oder Lieferzeiten (CTD) sein. Aus einem allgemeinen Kundenwunsch wird über die CTx-Kategorien eine konkrete, messbare Spezifikation — der Schlüssel-CTQ.

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LEKTION 15 Statistik

Six Sigma + Lean reduziert Prozess-Streuung

Der mathematische Kern: Was bedeutet 6σ konkret — und wie viele Fehler erlaubt das?

3σ Prozess vs. 6σ Prozess
USG OSG µ Merkmalswert 6σ Prozess — schmale Streuung 3σ Prozess — breite Streuung
Bei 3σ Quality Level
Bei einem zentrierten Prozess
2.700 dpmo
≈ 0,27 % Ausschuss
Bei 6σ Quality Level
Bei einem zentrierten Prozess
0,002 dpmo
Mit ±1,5σ Drift: 3,4 dpmo
Formel · σ-Quality Level (z-Score)
σ-Quality Level = (OSG − USG) / (2 × Standardabweichung)
Was bedeutet das in der Praxis?
Anwendungsbeispiel 4σ — Industriestandard (~1 % Ausschuss) 6σ — Weltspitze (0,00034 %)
Verwechslungen bei Geburten in DE 125 pro Woche 9 in 4 Jahren
Zu lange/kurze Landungen Frankfurt 13 pro Tag 3 in 2 Jahren
Irrtümliche Operationen 1.350 pro Woche 1 in 20 Jahren

Zielwert: maximal 3,4 Fehler pro Million Möglichkeiten

Erläuterung

Durch Six Sigma wird die Prozessleistung so verbessert, dass Fehler nahezu eliminiert werden. Ein 6-Sigma-Prozess ist extrem robust — er besitzt einen Prozessfähigkeitsindex von cpk = 2,0 (kurzfristig) bzw. cpk = 1,5 (langfristig, mit typischer ±1,5σ-Drift).

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LEKTION 16 DMAIC

Der Six Sigma + Lean Projektmanagementansatz

DMAIC — fünf Phasen, ein Zyklus. Das Rückgrat jedes Six Sigma Projekts.

Der DMAIC-Zyklus
D
Define
Projekt sauber geplant
M
Measure
Prozessdaten erhoben
A
Analyse
Ursachen verstanden
I
Improve
Prozess verbessert
C
Control
Verbesserung verankert
D

Define: Saubere Definition des Problems und der Zielstellung.

M

Measure: Existierender Prozess wird gründlich untersucht und datentechnisch erfasst.

A

Analyse: Ursachen des existierenden Problems werden aufgeklärt. (Merke: keine Ursache → kein Problem.)

I

Improve: Lösungen werden erarbeitet, bewertet, verifiziert und umgesetzt. Hier können weitere Kosten anfallen.

C

Control: Sicherung der Nachhaltigkeit der Verbesserungen durch geeignete Verankerung.

DMAIC-Reviews dienen als Meilensteinkontrolle. Hier wird bewertet, ob das Projekt noch im erwarteten Korridor verläuft. Im Verlauf eines Projekts werden typischerweise weitere „Baustellen" identifiziert — deshalb spricht man von einem Zyklus.
Erläuterung

DMAIC steht für Define, Measure, Analyze, Improve, Control. Dieser standardisierte Zyklus hilft, Prozesse systematisch zu verbessern und sicherzustellen, dass Verbesserungen langfristig erhalten bleiben. Bei geeigneter Projektauswahl maximiert das standardisierte Vorgehen die Erfolgsaussichten in allen Projektdimensionen — Qualität, Kosten und Laufzeit.

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LEKTION 17 Toolset

Werkzeuge des DMAIC-Zyklus

Jede Phase nutzt ihre eigenen Werkzeuge. Ein Überblick — den Du als Yellow oder Green Belt vertiefen wirst.

Werkzeugkasten je Phase
D Define
  • Project Charter
  • Gantt Chart
  • SIPOC
  • VoC → CTx-Tree
  • Stakeholder­analyse
  • Teambildung
M Measure
  • Prozessmodell
  • QFDeasy
  • MSA / R&R
  • cp, cpk, Sigma-Level
  • Histogramm, Boxplot
  • DPMO / ppm, Yield
A Analyse
  • FMEA
  • Pareto
  • Ishikawa
  • Hypothesentests
  • ANOVA, Korrelation
  • Wertstromanalyse
I Improve
  • Design of Experiment
  • Mind Map, 6-3-5
  • Synektik
  • Wertstromdesign
  • Entscheidungs­matrix
  • PDCA-Pilotierung
C Control
  • SPC
  • OCAP
  • Trainings- & Auditplan
  • Prozessstandards
  • Lessons Learned
  • Projekthandbuch
Erläuterung

Jede Phase des DMAIC-Zyklus verwendet spezifische Werkzeuge — z. B. SIPOC für die Prozessdarstellung, FMEA für die Risikoanalyse oder SPC (Statistical Process Control) für die Prozesskontrolle. Als White Belt musst Du diese Tools nicht beherrschen, sondern lediglich kennen und einordnen können — die tiefere Anwendung erfolgt auf Yellow- und Green-Belt-Ebene.

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LEKTION 18 Praxis

DMAIC in der Praxis — ein Beispielprojekt

Anhand eines realen Beispiels aus der Solarzellenfertigung: Was passiert in jeder Phase wirklich?

D
Phase 01 — Define
Zieldefinition & Abgrenzung
Problembeschreibung

Der Zellenbruch (Solarzellen) an den Metallisierungslinien ist höher als von den Maschinenherstellern zugesichert und führt zu einem signifikanten finanziellen Verlust. Linie xxx1 Vorquartal: 4,15 % Bruch

Projektziel
  1. Bruchursachen verstehen
  2. Verbesserungspotenziale herausarbeiten
  3. Bruchreduktion auf 2,0 %
METHODE SIPOC — Prozesslandkarte
S Supplier Lieferant I Input Eingabe P Process Prozess O Output Ergebnis C Customer Kunde

Das SIPOC-Modell skizziert den Prozess auf einer Seite — von Lieferant bis Kunde. So weiß jeder im Team, worüber gerade gesprochen wird.

M
Phase 02 — Measure
Datenerfassung & Performance

Prozessdetaillierung

Flowchart aller Prozessschritte vom Wafer-Aufdrucken bis zum Transport.

INPUT PROZESS OUTPUT

Parametermodell

Inputs, Steuerungs- und Outputparameter werden systematisch erfasst.

P1 P2 P3 Variablen →

Priorisierung

Daten-Prioritätsmatrix bewertet Variablen nach Einfluss.

A
Phase 03 — Analyse
Ursachen-Wirkungs-Beziehung

Statistische Detaillierung

Histogramme, Zeitreihen — Verteilung und Trend werden sichtbar.

x1 x2 x3 x4

ANOVA & Signifikanztest

Welche Faktoren haben tatsächlich statistisch signifikanten Einfluss?

Ishikawa & Regression

Strukturierte Ursachensuche und Korrelationsanalysen.

Y X

DoE (Versuchsplanung)

Wechselwirkungsdiagramme zeigen Effektkombinationen.

I
Phase 04 — Improve
Korrektur und Verbesserung
Verbesserungspools
  • Technische Maßnahmen aus FMEA, Statistik, DoE
  • Organisatorische Maßnahmen (Mitarbeiter­sensitivierung, Poka Yoke)
  • Verbesserung der Datenerfassung
  • Empfehlungen außerhalb der Prozesskette
Auswahl & Umsetzung

Über paarweisen Parametervergleich werden Maßnahmen priorisiert: nach Qualitätsverbesserung, Kosten, Umsetzungsdauer und Multiplikatoreffekt. Die ausgewählten Lösungen werden in einem Umsetzungsplan verankert.

METHODE Gewichtete Entscheidungsmatrix
Maßnahme Gewicht 5 Qualität Gewicht 3 Kosten Gewicht 2 Dauer Summe Rang Druckkopf-Optimierung 9 7 8 82 ★ 1 FMEA-Erweiterung 7 8 6 71 2 Mitarbeiterschulung 6 9 5 67 3 Inspektionsstrategie 5 6 7 57 4

Jede Maßnahme wird gegen gewichtete Kriterien bewertet — die Reihenfolge ergibt sich objektiv aus der Summe und nicht aus dem Bauchgefühl.

C
Phase 05 — Control
Überwachen & Verankern
OSG USG

SPC-Installation

Statistical Process Control — Regelkarten überwachen den Prozess kontinuierlich.

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3

OCAP

Out-of-Control-Action-Plan: klare Eskalationsstufen bei Abweichungen.

✓ LL

Lessons Learned

Erkenntnisse werden dokumentiert und für andere Projekte verfügbar gemacht.

Praxis-Tipp

Je sauberer die Define- und Measure-Phasen abgeschlossen werden, desto schneller und valider ist die Analyse. Erfahrene Black Belts sagen: „60 % der Projektzeit gehören in die ersten beiden Phasen" — denn nur saubere Daten und klare Ziele führen zu belastbaren Ergebnissen.

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LEKTION 19 Rollen

Welche Kompetenzen sind für Six Sigma + Lean nötig?

Das Belt-Konzept ordnet Wissen und Verantwortung — angelehnt an japanische Kampfkünste.

Die fünf Belt-Stufen
Champion
Projekt-Sponsor
Pate der Six Sigma+Lean Projekte. Berichtet i. d. R. direkt an die Geschäftsführung. Bringt sich aktiv ein.
Black Belt
Projektleiter komplex
Führt umfangreiche Projekte. Beherrscht statistische Kniffe für „harte Nüsse" und kann Change-Tools erfolgreich anwenden.
Green Belt
Projektleiter klein-mittel
Führt kleinere Projekte erfolgreich. Kennt die Qualitätswerkzeuge der einzelnen DMAIC-Phasen und kann sie anwenden.
Yellow Belt
Teammitglied erweitert
Weiß, wie Six Sigma+Lean Projekte verlaufen — und welche Qualitätstechniken in den DMAIC-Phasen angewendet werden.
White Belt
Teammitglied · Du bist hier!
Versteht die Essenz von Six Sigma+Lean und weiß, wie Projekte grundsätzlich verlaufen. Solide Basis für die Mitarbeit im Team.
Erläuterung

Verschiedene Belts haben unterschiedliche Rollen in Six Sigma Projekten. Als White Belt erhältst Du eine grundlegende Einführung — als Black Belt bist Du Experte für komplexe Projekte. Wenn Du diese Schulung abschließt, bist Du als Teammitglied einsatzfähig und kannst in Six Sigma+Lean Projekten aktiv mitwirken.

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LEKTION 20 Synthese

Lean und Six Sigma — eine Methode

Lean Six Sigma = Lean Sigma = Six Sigma + Lean. Ehemals separate Disziplinen, heute eine integrierte Toolbox.

Ehemals separierte Disziplinen
LEAN

Eliminierung von Verschwendung, Reduktion von Durchlaufzeiten, Verbesserung der Liefertreue und Kostenreduktion.

Anwender
Hierarchieübergreifend — Mitarbeiter aus Produktion und Industrial Engineering.
SIX SIGMA

Mittels statistischer Techniken Prozessstreuung verstehen und reduzieren — primäres Ziel: Qualität verbessern und Kosten senken.

Anwender
Prozess- und Qualitätsingenieure (Belt-Konzept).
Lean & Six Sigma im DMAIC verzahnt
↑ Six Sigma Tools
Project Charter, SIPOC, VoC, Gantt
Prozessmodell, MSA, cpk, Yield
FMEA, Hypothesentests, Pareto, Regression
DoE/RSM, Kreativität, Entscheidungsmatrix, PDCA
SPC, OCAP, Audit
D
Define
M
Measure
A
Analyse
I
Improve
C
Control
Produktionsplan, Taktanforderung
Wertstrommapping, Makigami, Zeitstudien, Spaghetti
TOC, 7 MUDA+1, Little's Law (WIP)
5S, Kanban, SMED, Single Piece Flow
Visual Control, TPM
↓ Lean Tools
Erläuterung

Lean reduziert Verschwendung, Six Sigma reduziert Variabilität. Zusammen führen sie zu optimalen Prozessen mit hoher Effizienz und Qualität. In modernen Programmen sind beide Methoden vollständig integriert — die Werkzeugkästen ergänzen sich entlang des DMAIC-Zyklus.

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LEKTION 21 Lean

Die 7 Mudas + 1

Verschwendung lernen zu sehen — der erste Schritt, sie zu eliminieren. Acht Kategorien aus dem Toyota-Produktionssystem.

Die acht Verschwendungsarten
01
Transport
Transport von Material, Halb- oder Fertigprodukten von Ort A nach Ort B.
02
Lagerhaltung
Lagerbestände von Roh-, Halb- oder Fertigware.
03
Bewegung
Greifen, Tragen, Gehen, Drehen im Umgang mit Produkten und Anlagen.
04
Wartezeit
Warten auf Material, Werkzeuge, Produkte, Information oder Mitarbeiter.
05
Überproduktion
Mehr Fertig- oder Halbfertigprodukte herstellen, als vom Kunden gefordert.
06
Prozessverluste
Einsatz falscher, fehlerhafter, ungeeigneter oder nicht optimierter Prozesse.
07
Produktfehler
Fehlerhafte Produkte und Nacharbeit — alles, was nicht beim ersten Mal in Ordnung ist.
+1
Mitarbeiter­potentiale
Die Potentiale der Mitarbeiter werden nicht oder falsch genutzt.
Erläuterung

Muda (jap. „Verschwendung") bezeichnet alle Tätigkeiten, die keinen Wert für den Kunden erzeugen. Die 7 klassischen Verschwendungsarten — Wartezeiten, Bewegung, fehlerhafte Produkte u. a. — wurden um eine achte Kategorie erweitert: die ungenutzten Potenziale von Mitarbeitern. Wer diese acht Kategorien sehen lernt, findet im eigenen Arbeitsumfeld unzählige Ansatzpunkte für Verbesserung.

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ANHANG Nachschlagen

Glossar — die wichtigsten Begriffe

Eine kompakte Referenz für die Begriffe, die Dir in Six Sigma+Lean Projekten immer wieder begegnen werden.

DMAIC
Define, Measure, Analyse, Improve, Control — der Standard-Zyklus für Six Sigma Projekte.
DfSS
Design for Six Sigma — Six Sigma in der Produktentwicklung anwenden.
VoC
Voice of the Customer — Stimme des Kunden, Ausgangspunkt jedes Projekts.
CTQ / CTC / CTD
Critical to Quality / Cost / Delivery — kundenkritische Eigenschaften.
SIPOC
Supplier-Input-Process-Output-Customer — High-Level-Prozessmodell.
FMEA
Failure Mode and Effects Analysis — Fehler-Möglichkeiten- und Einfluss-Analyse.
DPMO
Defects Per Million Opportunities — Fehler pro Million Möglichkeiten.
cpk
Prozessfähigkeitsindex — Maß für Stabilität und Zentrierung eines Prozesses.
SPC
Statistical Process Control — laufende statistische Prozessüberwachung.
OCAP
Out of Control Action Plan — Eskalationsplan bei Regelabweichungen.
DoE
Design of Experiment — strukturierte statistische Versuchsplanung.
Muda
Japanisch für „Verschwendung" — eine der 7+1 Lean-Kategorien.
Kaizen / KVP
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess in kleinen Schritten.
Poka Yoke
Fehlervermeidungsprinzip — Prozesse so gestalten, dass Fehler unmöglich werden.
5S
Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin.
SMED
Single-Minute Exchange of Die — Rüstzeitminimierung.
TPM
Total Productive Maintenance — ganzheitliche Anlagenpflege.
Ishikawa
Fischgräten- bzw. Ursache-Wirkungs-Diagramm.
Dein nächster Schritt

Du kennst das Warum.
Der Yellow Belt zeigt das Wie.

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